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Katalog 2008

 

Die Walter Kruschel Sammlung

 
Berlin, großartige und einmalige Sammlung in sagenhaften 60 Bänden von den nachweisbaren postgeschichtlichen Anfängen im Kurfürstentum Brandenburg ab 1595 bis zum Ende der Brustschilde-Zeit bzw. kurz danach, sauber und äußerst fachgerecht beschrieben auf Ausstellungsseiten. Den Beginn machen die Briefe und Autographen der brandenburgischen Kurfürsten mit Joachim Friedrich (1546-1608), Johann Georg (1571-1598), Georg Wilhelm (1595-1640), Friedrich Wilhelm „der Große Kurfürst“ (1640-1688) Friedrich III. bzw. später König Friedrich I., Friedrich der Große mit zwei Autographen.

Postgeschichtlich höchst interessant ist der einzig in Sammlerhand befindliche Brief der Frischmann-Brüder mit vs. Unterschrift des kurfürstlichen Botenmeisters 1643 sowie Belege aus dem 30jährigen Krieg. Band 2 beginnt mit einem äußerst seltenen frühen gedruckten Estaffettenpaß des Hofpostamtes von 1757 (Siebenjähriger Krieg), gefolgt von einem in Berlin aufgegebenen Militärbrief aus dem Siebenjährigen Krieg mit Zensursiegel des Hofpostamtes, neben anderen Behördenstempeln der erste postalische Stempel P:S (Postsache) 2x vertreten, drei eigenhändige Briefe der Königin Louise auf ihrem persönlichem, geprägtem Privatpapier.

Das absolute Glanzstück ist der Brief mit Stempel „Haupt-Comptoir/ der Berliner Boten Post/ 1800“ auf berühmtem Privatbrief vom 2.Tag der Fußbotenpost mit vollem Textinhalt vom 9.September 1800 an die Ober-Hofbuchdruckerei Decker und zusätzlich mit Uhrzeitstempel „geht ab von 10 bis 11“. Ein ganzer Band beinhaltet Postscheine mit frühen Stücken ab 1740 sowie den seltenen Tresorscheinen. Die französische Besetzungszeit unter Napoleon dokumentieren zahlreiche Briefe der Grande-Armee, darunter der seltene Debourse-Stempel der No.20, Stempel des Premier Corps usw. bis zur 2. Grande-Armee 1813, mit Abschluß eines äußerst seltenen Feldpostbriefes der Kurhessischen Feldpost 1815 nach Berlin mit zartem Stempel „K. H. Feldpost“. Die Stempeleinführung in Preußen wird hervorragend belegt durch einen sehr frühen Auslandsbrief vom 18.1.1817, das Cholerajahr 1831 glänzt in einmaliger Vielfalt mit diversen Briefen und Stempeln auf den unterschiedlichsten Belegen, darunter Unikaten.

Das Kabinetts-Postamt ist bestens bearbeitet, dabei zahlreiche „Blaue Briefe“ auch mit Unterschriften der Könige. Die Berliner Stadtpost mit Revier- und Briefsammlungsstempeln von 1827 bis ca. 1855 brilliert in fünf Bänden, dabei eine wunderbare Frankatur mit 2x 3 Sgr. und rückseitigem Revierstempel (insgesamt in Kombination sind enthalten 4 frankierte Briefe, was nur wenige Wochen möglich war), einem raren Einlieferungsschein zu 1 Sgr. der Briefsammlung No.62. Das interessante Gebiet der Bahnhofs- und Bahnpoststempel ist ebenso ganz breit mit seltensten Stücken vertreten. Dabei sind die frühen Dreizeiler, frankierte Briefe mit 1.Ausgabe, Formulare, rote Stempel von Goerlitz-Kohlfurt auf Brief und Marken. Ein besonderes Kapitel an Seltenheiten stellen die Berliner Briefsammlungen mit feinsten Raritäten dar, darunter der K2 und Ra3 von Moabit, K1 von Schoeneberg, K2 von Louisenbrunnen, Nr.74 aus Friedrichsfelde.

Die vierzeiligen Briefsammlungsstempel sind in nie gesehener Fülle auf Marken und vor allem auf Belegen vorhanden, dabei zahlreiche als Entwertungen! Die Abteilung der Nummernstempel ist besonders gut vorhanden, neben Untersuchungen zu Typen und vielen Briefen existieren auch lose Einheiten bis zum 7er-Streifen Nr.3, 6er-Streifen und 6er-Block (Nr.2), zwei Stück 7er-Streifen (Nr.4), 4er- und 5er-Streifen (Nr.6) und 6er-Block Nr.1, dazu sehr hübsche Stücke aus der Bogenecke (Nr.2), mit Randnummern, Brief mit 3er-Streifen Nr.7, um nur eine kleine Auswahl des reichhaltigen Materials zu nennen. Die Stempel sind von den Nrn.“103“ bis „107“ vielfach belegt, besonders wichtig die farbigen Abstemplungen mit roten „105“, darunter auch der berühmte Brief mit Nr.4 von Dessau Bahnhof, rote „106“ und „107“ auf Nr.4, „107“ auf Nr.1 usw. Die Gzs. weisen die kleinformatigen Oktogone auf, im Großformat fehlt nur die 6 Sgr. Eine besondere Rarität stellt ein Unikat der Gzs. 3 Sgr. Wappen mit zusätzlichem Blindruck des 3 Sgr.-Wertstempels dar (ähnlich Boker Teil 3 Los 267, Zuschlag 16000 DM), verwendet bei der PE 5 am 21.10.1865!! Den Abschluß bilden zahlreiche Alben mit den Stadtpostexpeditionen ab 1850 und mit der Neuordnung 1862, selbstverständlich auch die violetten Abschläge auf Marken und Briefstücken sowie Briefen teils nach Frankaturen gesammelt. Zu sehen ist auch der einzige bekannte K1 in violetter Farbe auf Paketbegleitbrief. Hier folgen dann auch die Belege mit seltenen Abstempelungen aus der Zeit des NDP und des Deutschen Reiches.

Die Vororte sind gut vertreten, neben vielen seltenen Stempeln und Belegen ist auch der NSt. von Lichtenrade auf zwei Insinuationsdokumenten dabei, ebenso eine wunderschöne Gzs. mit dem alten K1. Abschließender Höhepunkt dieser die Sammlung soll die Nennung des einmaligen Stückes vom Berliner Maschinenstempels (Hinrichsen) mit sächsischer Stempelform sein, welcher nur an drei Tagen vom 18.-20.12.1866 als Versuch getestet wurde. Es ist der einzig heute noch existierende Brief mit diesem Stempel, der für Sammler erreichbar ist (das andere Exemplar befand sich im Reichspostmuseum, scheint aber verschollen zu sein). Als faszinierendes Gegenstück folgt dann der Hamburger Maschinenstempel rs. als Ankunftsstempel auf einem frankierten Brief ausgerechnet aus Berlin!! Von diesem Stempel sind auch nur ganze vier Stück bekannt. Zur Besichtigung und Kalkulation dieser Sammlung sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, die Taxierung wurde so gestaltet, daß dieses Objekt auch für Wiederverkäufer interessant sein wird. Einmalige Gelegenheit zum Erwerb der wohl größten z.Z. existierenden Berlin-Sammlung.